Der Grundbaustein unserer Imkerei ist das Rähmchen mit Mittelwand! Gerade jetzt ist die Zeit gekommen, in der die Imker ihre alten Waben einschmelzen und in die leeren Rähmchen wieder Mittelwände einlöten.

Beim Umtausch von Altwachs gegen Mittelwände sollte jeder Imker auf 100 % reinen  Wachs ohne Rückstände bestehen. Leider gibt es im Fachhandel importiertes Wachs mit Stearin, und somit auch Mittelwände, aus zweifelhafter Herkunft!

Die Schäden sind beträchtlich: Die Königin bestiftet flächig die Brutwaben, aber die junge Brut stirbt ab. Ausgebaute Waben sacken nach unten ab. Es gibt für den Hausgebrauch einen Test: Ein Stück Mittelwand wird über Nacht in Wasser, mit einem Gewicht beschwert, eingelegt. Hat sich bis zum nächsten Tag auf dem getrockneten Wachs eine hartnäckige weiße Schicht gebildet, ist Stearin enthalten.

Für die Qualität ihrer Produkte sind grundsätzlich Hersteller und Händler verantwortlich. Aber die Imker sollten die entsprechenden Bezeichnungen kennen:

  • Pestizidfrei: Es gibt vermutlich kein gänzlich pestizidfreies Bienenwachs.
  • Pestizidarm: Da es keine festgelegten Grenzwerte gibt, kann nur ein Blick in die Analyse Aufschluss über die Verunreinigungen geben.
  • Varroazidfrei: Varroazide bilden die häufigsten Rückstände, doch werden hier andere Belastungen nicht aufgeführt.
  • Biowachs: Die einzige bestehende Regelung für Biowachs ist, dass es aus zertifizierten Bioimkereien stammen muss. Auch hierfür gibt es keine Regelung über Höchstgrenzen der Belastung.
  • 100% Bienenwachs oder reines Bienenwachs: Jeder Imker erwartet beim Erwerb von Mittelwänden, dass diese nur aus Bienenwachs hergestellt wurden. Selbst hier fehlt eine Definition auf gesetzlicher Basis.

Für die Zukunft muss ein Umdenken bei der Wachsgewinnung stattfinden. Es muss eine Trennung erfolgen nach unbelastetem Wachs aus Wildbau und Entdeckelung und dem kontaminiertem Wachs aus Altwaben.

Letzteres sollte zur Herstellung von Kerzen oder anderweitig verwendet werden. Somit wird der Wachskreislauf und die Anreicherung mit Pestiziden im Wachs verringert. Positiv wirkt sich hier der weitverbreitete Verzicht auf den Einsatz synthetischer Varroazide.

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